Was unterscheidet die Energieberatung für Baudenkmale von der klassischen Energieberatung?
arrow_back Zurück zu Energieberatungskurse, Baudenkmallightbulb Kurzantwort
Bei Baudenkmälern müssen energetische Verbesserungen mit dem Erhalt der historischen Bausubstanz und den Anforderungen des Denkmalschutzes in Einklang gebracht werden. Deshalb sind besondere Kenntnisse zu Denkmalpflege, Baukonstruktionen, Materialien, Bauphysik und denkmalgerechten Sanierungslösungen erforderlich. Die fup Akademie bietet dafür spezielle WTA-anerkannte Qualifizierungen für Wohn- und Nichtwohngebäude an.
Die Energieberatung für Baudenkmale unterscheidet sich von der klassischen Energieberatung vor allem in drei Punkten: der zuständigen Listungsstelle, dem Kursaufbau und den fachlichen Inhalten. Während die klassische Energieberatung für Wohn- und Nichtwohngebäude über die Energieeffizienz-Expertenliste der dena läuft, erfolgt die Qualifizierung für Baudenkmale über die WTA-GmbH. Inhaltlich rückt bei Baudenkmalen der denkmalgerechte Umgang mit historischer Bausubstanz in den Mittelpunkt, nicht die energetische Optimierung nach Neubaustandard.
Zuständige Stelle: dena oder WTA-GmbH
Bei der klassischen Energieberatung Wohngebäude und Energieberatung Nichtwohngebäude erfolgt die Erst- oder Relistung über die Energieeffizienz-Expertenliste (EEE-Liste) der dena. Für Energieberatung Baudenkmale Wohngebäudeund Energieberatung Baudenkmale Nichtwohngebäude ist stattdessen die WTA-GmbH (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) zuständig.
Das Kursabschluss-Zertifikat der fup Akademie erfüllt in beiden Fällen die fachliche Voraussetzung für die jeweilige Listung, es ersetzt aber nicht die Eintragung selbst. Diese erfolgt als separater Schritt bei der jeweils zuständigen Stelle. Wie die Datenweiterleitung an die WTA-GmbH nach Kursabschluss konkret abläuft, ist in einer eigenen FAQ beschrieben: Wie läuft die Datenweiterleitung an die WTA-GmbH nach Kursabschluss ab?
Kursaufbau: Basismodul und Vertiefungsmodul oder Einzelmodul
Die klassische Energieberatung ist modular aufgebaut, sie kombiniert ein Basismodul mit einem Vertiefungsmodul für Wohn- oder Nichtwohngebäude. Der genaue Unterschied zwischen beiden Modultypen ist hier erläutert: Was ist der Unterschied zwischen Basismodul und Vertiefungsmodul?
Die Baudenkmal-Qualifizierung ist dagegen als Einzelmodul organisiert: Energieberatung für Baudenkmal, Wohngebäude, 80 UE beziehungsweise Energieberatung für Baudenkmal, Nichtwohngebäude, 32 UE. Eine vorhandene Grundqualifikation beziehungsweise bestehende dena-Listung ist in der Regel Ausgangspunkt, das Einzelmodul ergänzt diese um die denkmalspezifische Qualifikation.
[Auszufüllen: konkrete Zulassungsvoraussetzungen für die Baudenkmal-Einzelmodule, sofern sie von der Grundqualifikation der klassischen Energieberatung abweichen, im Auftrag nicht spezifiziert]
Inhaltliche Schwerpunkte
Die klassische Energieberatung zielt auf die energetische Bewertung und Optimierung von Gebäuden nach aktuellem Bau- und Fördermittelstandard. Bei Baudenkmalen verschiebt sich der fachliche Fokus:
Denkmalschutzrechtliche Rahmenbedingungen und deren Zusammenspiel mit energetischen Anforderungen
Bauphysik historischer Konstruktionen, etwa bei Fachwerk, Naturstein oder historischen Putzsystemen
Denkmalgerechte Sanierungstechniken, die Substanzerhalt und energetische Verbesserung miteinander vereinbaren
Umgang mit bauphysikalischen Risiken, die bei Standardlösungen an historischer Bausubstanz entstehen können, etwa im Bereich Feuchte und Schimmel
[Auszufüllen: weitere kursspezifische Inhalte, sofern sie im Auftrag ergänzt werden]
Für wen ist die Unterscheidung relevant?
Die Unterscheidung betrifft in erster Linie Energieberaterinnen und Energieberater, die bereits klassisch gelistet sind und ihr Tätigkeitsfeld auf Baudenkmale erweitern möchten, sowie Fachleute aus Architektur, Handwerk und Ingenieurwesen, die von vornherein im Bereich denkmalgeschützter Bausubstanz arbeiten. Für Gebäudeeigentümer eines Baudenkmals ist die Unterscheidung insofern relevant, als sie bei der Beraterwahl auf die WTA-Anerkennung statt auf die dena-Listung achten sollten.
Wer sich einen grundsätzlichen Überblick über den Qualifizierungsweg für Baudenkmale verschaffen möchte, findet auf der Seite Energieberater für Baudenkmale weiterführende Informationen.
Zertifikat und Listung bleiben zwei getrennte Schritte
Wie beim klassischen Weg gilt auch bei Baudenkmalen: Das fup-Zertifikat ist fachliche Voraussetzung, nicht automatische Berechtigung. Die Details dazu, unabhängig von der jeweiligen Kategorie, sind hier zusammengefasst: Berechtigt mich das fup-Zertifikat automatisch zur Eintragung in die Expertenliste?
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