Was ist der Unterschied zwischen Basismodul und Vertiefungsmodul?
arrow_back Zurück zu Energieberatungskurse, Qualifizierung & Erstlistunglightbulb Kurzantwort
Das Basismodul vermittelt die grundlegenden Kenntnisse der Energieberatung, unter anderem zu Gebäudehülle, Anlagentechnik, Bilanzierung, GEG und Energieausweisen. Im Vertiefungsmodul wird dieses Wissen auf eine konkrete Gebäudekategorie angewendet. Bei der fup Akademie können Sie zwischen dem Vertiefungsmodul Wohngebäude mit 40 UE und dem Vertiefungsmodul Nichtwohngebäude mit 80 UE wählen. Erst die Kombination aus passendem Basismodul und Vertiefungsmodul bildet den vollständigen Qualifizierungsweg für die jeweilige Kategorie.
Wer Energieberaterin oder Energieberater werden möchte, stößt schnell auf die Begriffe Basismodul und Vertiefungsmodul. Beide Module sind Bestandteile der Weiterbildung, sie erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Kurz gesagt: Das Basismodul vermittelt die fachlichen Grundlagen der Energieberatung. Das Vertiefungsmodul baut darauf auf und qualifiziert Sie für einen bestimmten Fachbereich, beispielsweise Wohngebäude oder Nichtwohngebäude. Erst beide Module zusammen erfüllen, je nach Qualifizierungsweg, die fachliche Voraussetzung für eine Erstlistung oder Relistung in der Energieeffizienz-Expertenliste (EEE-Liste). Die eigentliche Eintragung erfolgt anschließend in einem separaten Verfahren bei der dena.
Das Basismodul, Ihr Einstieg in die Energieberatung
Das Basismodul bildet die Grundlage der Ausbildung. Hier erwerben Sie das Wissen, das Sie für die energetische Bewertung von Gebäuden benötigen.
Zu den Lehrinhalten gehören unter anderem:
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und rechtliche Grundlagen
Bauphysik und Wärmeschutz
Gebäudehülle und Anlagentechnik
Heizungs-, Lüftungs- und Warmwassersysteme
Bilanzierung nach DIN V 18599
Energieausweise
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Förderprogramme
Je nach beruflicher Vorqualifikation umfasst das Basismodul 80 Unterrichtseinheiten oder 160 Unterrichtseinheiten. Für Personen mit einem qualifizierten Hochschulabschluss gilt in der Regel das 80-UE-Basismodul, während für viele handwerkliche oder gewerbliche Berufsgruppen das 160-UE-Basismodul vorgesehen ist.
Das Vertiefungsmodul, Spezialisierung für Ihren Tätigkeitsbereich
Nach dem Basismodul folgt das Vertiefungsmodul. Hier werden die Grundlagen anhand praktischer Aufgaben vertieft und auf einen konkreten Einsatzbereich angewendet.
Beim fup Umweltinstitut stehen unter anderem folgende Vertiefungen zur Verfügung:
Im Mittelpunkt stehen beispielsweise:
komplexe energetische Bilanzierungen
Erstellung von Energieausweisen
Entwicklung individueller Sanierungsfahrpläne
Anwendung der Energieberatungssoftware
Förderprogramme (BEG, BAFA)
Baubegleitung und Qualitätssicherung
Das Vertiefungsmodul schließt mit einer schriftlichen Prüfung und einer Hausarbeit ab. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie das Abschlusszertifikat der fup Akademie einschließlich dena-Formblatt. Dieses erfüllt die fachliche Voraussetzung für die Listung in der jeweiligen Kategorie der Energieeffizienz-Expertenliste.
Basismodul und Vertiefungsmodul im Vergleich
Basismodul | Vertiefungsmodul |
|---|---|
Vermittelt die fachlichen Grundlagen | Baut auf dem Basismodul auf |
80 oder 160 Unterrichtseinheiten | 40 UE (Wohngebäude) oder 80 UE (Nichtwohngebäude) |
Einführung in Energieberatung, GModG, Bilanzierung und Anlagentechnik | Spezialisierung auf den jeweiligen Gebäudetyp |
Keine Abschlussprüfung | Abschluss mit Klausur und Hausarbeit |
Allein noch keine fachliche Voraussetzung für die EEE-Liste | Zusammen mit dem Basismodul fachliche Voraussetzung für die EEE-Liste |
Welches Modul benötige ich?
Welcher Qualifizierungsweg für Sie richtig ist, hängt von Ihrer beruflichen Vorbildung ab.
Qualifizierter Hochschulabschluss: in der Regel Basismodul (80 UE) plus Vertiefungsmodul.
Handwerklicher oder gewerblicher Berufsabschluss: in der Regel Basismodul (160 UE) plus Vertiefungsmodul.
Nichtwohngebäude oder Baudenkmale: zusätzliche bzw. andere Vertiefungsmodule entsprechend dem gewünschten Tätigkeitsbereich, bei Baudenkmalen zu den Baudenkmal-Modulen.
Gerne prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welcher Lehrgang zu Ihrer Qualifikation passt.
Reicht das Basismodul allein aus?
Nein. Das Basismodul vermittelt die notwendigen Grundlagen, ersetzt aber nicht die Spezialisierung. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss des passenden Vertiefungsmoduls erfüllen Sie die fachliche Voraussetzung für die Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste. Die Eintragung selbst beantragen Sie anschließend direkt bei der dena.
Warum ist die Ausbildung in Module aufgeteilt?
Die modulare Struktur ermöglicht eine passgenaue Qualifizierung. Zunächst erwerben Sie das grundlegende Fachwissen. Anschließend entscheiden Sie, in welchem Bereich Sie künftig tätig sein möchten, etwa in der Energieberatung für Wohngebäude oder Nichtwohngebäude. So bauen Sie Ihre Qualifikation gezielt auf und erwerben nur die Inhalte, die Sie für Ihren beruflichen Schwerpunkt benötigen.
Häufige Fragen
Kann ich direkt mit dem Vertiefungsmodul beginnen?
Nein. Das Vertiefungsmodul setzt das erfolgreiche Absolvieren des passenden Basismoduls voraus.
Erhalte ich nach dem Basismodul bereits ein Zertifikat?
Nein. Das Basismodul allein wird nicht mit einem Abschlusszertifikat abgeschlossen. Das Zertifikat erhalten Sie nach erfolgreichem Abschluss von Basis- und Vertiefungsmodul einschließlich der Prüfungsleistungen.
Welche Module brauche ich für Wohngebäude?
Für die Qualifizierung im Bereich Wohngebäude benötigen Sie, abhängig von Ihrer Vorqualifikation, das passende Basismodul sowie das Vertiefungsmodul Wohngebäude.
In einem kurzen Gespräch klären wir, ob Basismodul, Vertiefungsmodul oder ein kombinierter Kurs zu Ihrer beruflichen Vorqualifikation passt.