Kann ich als Handwerker oder Techniker Energieberater werden?
arrow_back Zurück zu Energieberatungskurse, Qualifizierung & Erstlistunglightbulb Kurzantwort
Ja, grundsätzlich kann auch ein handwerklicher oder technischer Berufsabschluss den Einstieg ermöglichen. Entscheidend ist, ob Ihre Qualifikation die jeweiligen Voraussetzungen nach § 88 GEG erfüllt. Für entsprechende Berufsgruppen sieht die fup Akademie den 160-UE-Qualifizierungsweg vor. Dazu kommt je nach gewünschter Listung das passende Vertiefungsmodul. Da die Anforderungen vom konkreten Abschluss abhängen, empfehlen wir, Ihre Qualifikation vor der Anmeldung prüfen zu lassen.
Ja. Handwerksmeister und staatlich geprüfte Techniker erfüllen mit ihrem Abschluss die gesetzliche Grundqualifikation nach § 88 GModG für die Energieberatung im Wohngebäudebereich. Ergänzt wird dieser Abschluss durch eine anerkannte Fortbildung, etwa bei der fup Akademie.
Welche Abschlüsse gelten als Grundqualifikation
Nach § 88 GModG zählen insbesondere folgende Abschlüsse als Grundqualifikation für die Energieberatung Wohngebäude:
die Meisterprüfung in einem einschlägigen Bau-, Ausbau- oder anlagentechnischen Gewerk, unter anderem in Berufen wie Schornsteinfeger, Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik, Elektrohandwerk, Dachdecker-, Zimmerer- und Bauhandwerk
der Abschluss als staatlich geprüfter Techniker in einer einschlägigen Fachrichtung
Ob ein konkreter Meister- oder Technikerabschluss im Einzelfall als Grundqualifikation anerkannt wird, entscheidet die dena im Rahmen der Erstlistung. Bei Unsicherheit lohnt sich eine Rückfrage vor Kursbeginn.
Wichtig für die Abgrenzung: Wer keinen Meister- oder Technikertitel besitzt, etwa als Geselle ohne Meisterprüfung, erfüllt diese Grundqualifikation nicht automatisch. Für diesen Personenkreis kommt stattdessen die Qualifikationsprüfung Energieberatung des BAFA infrage, ein eigenständiger Zugangsweg mit eigener Fortbildung, eigener Prüfung und begrenzten Prüfungsplätzen. Dieser Weg ist hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt und wird an anderer Stelle ausführlich behandelt.
Der Qualifizierungsweg über die fup Akademie
Für Handwerksmeister und Techniker besteht der Weg zur Energieberatung Wohngebäude aus zwei Bausteinen:
Basismodul Energieberatung, 160 UE, zugeschnitten auf die praktische Vorbildung aus Handwerk und Technik.
Vertiefungsmodul Wohngebäude, 40 UE, mit Fokus auf die energetische Bewertung von Wohngebäuden.
Insgesamt umfasst die Weiterbildung damit 200 Unterrichtseinheiten. Beide Module lassen sich auch als durchgehender Kombikurs belegen: Energieberatung für Wohngebäude, Basis (160 UE) & Vertiefungsmodul (40 UE), 200 UE. Zum Vergleich, Teilnehmende mit Hochschulabschluss absolvieren für dieselbe Qualifizierung ein kürzeres Basismodul und kommen auf insgesamt 120 UE. Der Unterschied liegt am Umfang der jeweils vorausgesetzten Grundausbildung, nicht an unterschiedlichen fachlichen Anforderungen am Ende.
Kursinhalte
Die Weiterbildung vermittelt unter anderem:
energetische Bewertung von Wohngebäuden
Bauphysik und Wärmeschutz
Heizungs-, Lüftungs- und Anlagentechnik
rechtliche Grundlagen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)
Energieausweise für Wohngebäude
Förderprogramme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Wer aus einem handwerklichen oder technischen Beruf kommt, bringt hier bereits praktisches Wissen über Bauteile, Sanierungsmaßnahmen und Ausführung mit. Die Weiterbildung ergänzt dieses Wissen um die energetische Bewertung, gesetzliche Anforderungen und die fachliche Grundlage für Förderberatung, statt bei null anzufangen.
Zertifikat und Listung sind zwei getrennte Schritte
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie das Zertifikat der fup Akademie. Es erfüllt die fachliche Voraussetzung für die Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste der dena, ist aber keine automatische oder direkte Berechtigung dazu. Die Eintragung selbst ist ein separater Vorgang bei der dena. Details dazu finden Sie in der FAQ Berechtigt mich das fup-Zertifikat automatisch zur Eintragung in die Expertenliste?
Warum die fup Akademie
Die Kurse sind praxisorientiert aufgebaut, das Gelernte lässt sich direkt im Berufsalltag anwenden, nicht nur für die Prüfung. Das kompakte, intensive Format ermöglicht eine Qualifizierung in überschaubarer Zeit, ohne dass dabei Inhalte gekürzt werden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich anschließend Energieausweise ausstellen?
Die Berechtigung zur Ausstellung von Energieausweisen ist an eigene gesetzliche Voraussetzungen geknüpft, die von der Listung als Energieberater zu unterscheiden sind. Ob und in welchem Umfang Sie nach Abschluss der Weiterbildung Energieausweise ausstellen dürfen, sollte anhand Ihrer konkreten Qualifikation geprüft werden.
Gibt es Unterschiede zwischen Technikern und Hochschulabsolventen?
Ja. Der Umfang des Basismoduls richtet sich nach der beruflichen Vorqualifikation. Für Handwerksmeister und Techniker umfasst die Weiterbildung 200 Unterrichtseinheiten, für Hochschulabsolventen in der Regel 120 Unterrichtseinheiten.
Sie bringen die praktische Vorbildung mit, wir vermitteln das fachliche Rüstzeug für die Energieberatung. Sichern Sie sich einen Platz im nächsten Kurstermin.