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Wärmepumpen 2026 treiben den deutschen Heizungsmarkt an

calendar_today 31. August 2026
schedule 7 Min. Lesezeit
Wärmepumpen 2026 treiben den deutschen Heizungsmarkt an

Heizungsmarkt 2026: Wärmepumpen sorgen für Wachstum

Der Heizungsmarkt 2026 entwickelt sich wieder positiv, nachdem die Branche in den vergangenen Jahren erhebliche Absatzrückgänge hinnehmen musste. Das Wachstum wird allerdings nicht von allen Heiztechnologien gleichermaßen getragen. Wärmepumpen sind mit Abstand der wichtigste Wachstumstreiber.

Wärmepumpen erreichen 194.500 verkaufte Geräte

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 194.500 Wärmepumpen verkauft. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet das ein Wachstum von 40 Prozent. Wärmepumpen machten damit mehr als die Hälfte der insgesamt 352.000 verkauften Wärmeerzeuger aus.

Zum Vergleich: Gasbasierte Wärmeerzeuger kamen auf 134.000 Geräte und verzeichneten lediglich ein Plus von einem Prozent. Bei Ölheizungen sank der Absatz um elf Prozent auf 9.500 Geräte. Biomasseheizungen lagen mit 14.000 verkauften Anlagen ein Prozent unter dem Vorjahreswert.

Damit verschieben sich die Marktanteile deutlich zugunsten der Wärmepumpe.

Heizungsabsatz steigt insgesamt um 19 Prozent

Der Heizungsabsatz legte im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf insgesamt 352.000 Wärmeerzeuger zu. Damit zeichnet sich nach Einschätzung des BDH eine Stabilisierung des Marktes ab.

Die Entwicklung muss allerdings im längerfristigen Zusammenhang betrachtet werden. Noch im ersten Halbjahr 2025 waren lediglich 296.500 Wärmeerzeuger verkauft worden. Damals lag der Markt 22 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wärmepumpen kamen zu diesem Zeitpunkt auf 139.500 Geräte.

Das Wachstum 2026 ist daher ein deutliches Erholungssignal, bedeutet aber noch keine vollständige Rückkehr zu früheren Marktvolumina.


Heizungsmodernisierung bleibt trotz steigender Absätze eine Herausforderung

Die steigenden Absatzzahlen bei Wärmepumpen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Heizungsmodernisierung in Deutschland weiterhin vor einer gewaltigen Aufgabe steht. Millionen ältere Heizungsanlagen müssen in den kommenden Jahren modernisiert oder ersetzt werden.

Vier Millionen Heizungen sind älter als 30 Jahre

Nach Angaben des BDH sind in Deutschland noch rund vier Millionen Heizungen in Betrieb, die älter als 30 Jahre sind. Insgesamt gibt es etwa 21,5 Millionen Heizungen. Mehr als 40 Prozent davon entsprechen laut Branchenverband nicht dem Stand der Technik.

Für Eigentümer älterer Wohngebäude bedeutet das, dass der Heizungstausch in den kommenden Jahren zu einer zentralen Investitionsentscheidung werden kann.

Dabei geht es nicht nur um das Alter des Wärmeerzeugers. Auch der energetische Zustand des Gebäudes, die Wärmeverteilung, vorhandene Heizkörper und die mögliche Vorlauftemperatur spielen bei der Wahl eines neuen Heizsystems eine wichtige Rolle.

Modernisierungstempo reicht weiterhin nicht aus

Sollte sich die Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen, rechnet der BDH für 2026 mit rund 700.000 verkauften Wärmeerzeugern. Trotz der Verbesserung gegenüber 2025 bewertet der Verband dieses Niveau als zu niedrig, um die notwendige Modernisierung des Gebäudebestands ausreichend zu beschleunigen.

Für den Immobilienbestand entsteht daraus ein erheblicher Investitionsbedarf.

Wer eine Immobilie mit einer 25 oder 30 Jahre alten Heizung besitzt, sollte deshalb nicht unbedingt warten, bis die Anlage technisch ausfällt. Ein geplanter Heizungstausch ermöglicht mehr Zeit für Energieberatung, Angebotsvergleich, Förderprüfung und gegebenenfalls zusätzliche Sanierungsmaßnahmen.


Wärmepumpe im Altbau: Gebäude und Heizsystem gemeinsam prüfen

Das starke Wachstum der Wärmepumpe bedeutet nicht automatisch, dass jedes Gebäude ohne weitere Prüfung auf diese Heiztechnik umgestellt werden sollte. Bei einer Wärmepumpe im Altbau entscheidet das Zusammenspiel zwischen Gebäudehülle, Wärmebedarf und Wärmeverteilung über Effizienz und Betriebskosten.

Energieberatung vor dem Heizungstausch schafft Planungssicherheit

Vor einem Heizungstausch ist eine energetische Bestandsaufnahme sinnvoll. Eine Energieberatung kann zeigen, welche Heizleistung tatsächlich erforderlich ist und ob begleitende Maßnahmen am Gebäude wirtschaftlich sinnvoll sind.

Bei der Planung sollten unter anderem folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • energetischer Zustand von Dach, Fassade und Fenstern

  • bisheriger Energieverbrauch

  • benötigte Heizleistung

  • vorhandene Heizkörper oder Fußbodenheizung

  • notwendige Vorlauftemperaturen

  • Möglichkeiten zur Aufstellung der Wärmepumpe

  • Investitions- und Betriebskosten

  • verfügbare Förderprogramme

  • kommunale Wärmeplanung und mögliche Wärmenetze

Eine solche Energieberatung kann verhindern, dass das neue Heizsystem unnötig groß dimensioniert oder nicht optimal auf das Gebäude abgestimmt wird.

Wärmepumpe kann Teil einer umfassenden Sanierung werden

Eine Wärmepumpe lässt sich besonders gut in eine längerfristige Sanierungsstrategie integrieren.

Ein Beispiel: Ein Eigentümer eines Einfamilienhauses aus den 1980er-Jahren möchte seine alte Gasheizung ersetzen. Statt lediglich den Wärmeerzeuger auszutauschen, lässt er zunächst den Wärmebedarf untersuchen. Dabei zeigt sich, dass einzelne Heizkörper vergrößert und die oberste Geschossdecke gedämmt werden sollten.

Durch diese Maßnahmen kann der Wärmebedarf sinken und das Heizsystem mit niedrigeren Temperaturen betrieben werden. Das kann wiederum die Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe verbessern.

Der Heizungstausch wird damit Bestandteil einer abgestimmten Gebäudesanierung statt einer isolierten Einzelmaßnahme.


Wärmepumpen-Boom bietet Chancen und birgt Investitionsrisiken

Der Wärmepumpen-Boom eröffnet Eigentümern neue Möglichkeiten für eine stärker auf erneuerbare Energien ausgerichtete Wärmeversorgung. Gleichzeitig bleiben Investitionskosten, Gebäudevoraussetzungen und politische Rahmenbedingungen wichtige Faktoren bei der Entscheidung.

Chancen durch effiziente Wärmeerzeugung und erneuerbare Energien

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme und benötigt Strom für ihren Betrieb. Besonders interessant kann die Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage sein.

Produziert die PV-Anlage beispielsweise tagsüber Solarstrom, kann ein Teil davon für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt werden. Mit einem passenden Energiemanagement lassen sich Stromerzeugung und Wärmebedarf zumindest teilweise aufeinander abstimmen.

Auch im Neubau können Wärmepumpe, Photovoltaik, Flächenheizung und gegebenenfalls Stromspeicher als Gesamtsystem geplant werden.

Für Eigentümer kann dies langfristig eine Möglichkeit sein, den Anteil erneuerbarer Energien an der Gebäudeversorgung zu erhöhen.

Risiken durch falsche Dimensionierung und fehlende Gesamtplanung

Eine Wärmepumpe ist jedoch kein System, das unabhängig von den Bedingungen des Gebäudes betrachtet werden sollte. Eine falsche Dimensionierung oder ungünstige Betriebsbedingungen können die Effizienz beeinträchtigen.

Zu den Punkten, die Eigentümer vor der Investition besonders sorgfältig prüfen sollten, gehören deshalb:

  • tatsächlicher Wärmebedarf des Gebäudes

  • erforderliche Vorlauftemperaturen

  • Dimensionierung der Anlage

  • Schallschutz und Aufstellort

  • Stromkosten und erwarteter Verbrauch

  • mögliche Anpassungen an Heizkörpern und Wärmeverteilung

  • Investitionskosten nach Förderung

Auch die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sind relevant. Förderbedingungen können sich ändern. Eigentümer sollten deshalb immer die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Voraussetzungen prüfen und Investitionsentscheidungen nicht allein auf ältere Förderinformationen stützen.


Immobilienkäufer sollten alte Heizungen in die Kaufentscheidung einbeziehen

Der Zustand der Heizungsanlage gewinnt auch beim Immobilienkauf an Bedeutung. Eine veraltete Heizung kann zusätzliche Investitionen erforderlich machen, die bei der Finanzierungsplanung berücksichtigt werden sollten.

Heizungsalter beeinflusst den Sanierungsbedarf einer Immobilie

Immobilienkäufer sollten sich vor Vertragsabschluss nicht nur Energieausweis und Energieverbrauch ansehen, sondern auch Alter und Zustand der Heizungsanlage prüfen.

Befindet sich beispielsweise in einem Einfamilienhaus noch eine rund 30 Jahre alte Heizungsanlage, können nach dem Erwerb erhebliche Modernisierungskosten entstehen.

Neben dem eigentlichen Heizungstausch können weitere Maßnahmen notwendig oder wirtschaftlich sinnvoll sein – etwa neue Heizkörper, ein hydraulischer Abgleich, Dämmmaßnahmen oder die Installation einer Photovoltaikanlage.

Finanzierung sollte Modernisierungskosten berücksichtigen

Die Finanzierung einer Bestandsimmobilie sollte deshalb nicht ausschließlich auf den Kaufpreis ausgerichtet werden.

Käufer sollten bereits vor dem Erwerb abschätzen, welche Investitionen innerhalb der kommenden Jahre wahrscheinlich werden. Das betrifft insbesondere Gebäude mit älteren Heizungen und schwachem energetischem Standard.

Eine frühzeitige Sanierungsplanung kann helfen, Kaufpreis, Eigenkapital, Modernisierungskosten und mögliche Fördermittel gemeinsam zu kalkulieren.


Heizungsmodernisierung 2026: Jetzt Wärmepumpe und Sanierungsbedarf prüfen

Die Marktzahlen zeigen, dass Wärmepumpen 2026 deutlich an Bedeutung gewinnen. Für Eigentümer sollte der Absatzboom jedoch nicht der alleinige Grund für einen Heizungstausch sein. Entscheidend ist, welches Heizsystem technisch und wirtschaftlich zum jeweiligen Gebäude passt.

Eigentümer sollten ihre bestehende Heizung jetzt bewerten

Wer eine ältere Heizungsanlage betreibt, sollte zunächst Alter, technischen Zustand und Energieverbrauch dokumentieren. Anschließend empfiehlt sich eine Prüfung des Gebäudes und möglicher Heizsysteme.

Besonders bei Heizungen, die bereits 20, 25 oder mehr als 30 Jahre in Betrieb sind, kann es sinnvoll sein, frühzeitig eine Modernisierungsstrategie zu entwickeln.

Dabei sollten Eigentümer folgende Schritte prüfen:

  1. Alter und Zustand der bestehenden Heizung feststellen.

  2. Energieverbrauch der vergangenen Jahre auswerten.

  3. Wärmebedarf und energetischen Zustand des Gebäudes untersuchen lassen.

  4. Wärmepumpe und alternative Versorgungslösungen vergleichen.

  5. Notwendige Begleitmaßnahmen an Heizkörpern oder Gebäudehülle kalkulieren.

  6. Aktuelle Förderbedingungen vor Vertragsabschluss prüfen.

  7. Mehrere Angebote von Fachunternehmen vergleichen.

  8. Finanzierung und verfügbare Eigenmittel einplanen.

Förderung und Energieberatung vor Auftragserteilung klären

Fördermittel können die Wirtschaftlichkeit einer Heizungsmodernisierung erheblich beeinflussen. Deshalb sollten Bauherren und Eigentümer die jeweils aktuellen Förderbedingungen prüfen, bevor verbindliche Liefer- oder Leistungsverträge abgeschlossen werden.

Ebenso wichtig ist eine qualifizierte Energieberatung. Sie kann zeigen, ob ein direkter Heizungstausch sinnvoll ist oder ob zunächst einzelne Effizienzmaßnahmen am Gebäude durchgeführt werden sollten.

Die aktuellen Zahlen des BDH liefern dafür einen klaren Hinweis: Der Wärmepumpenmarkt wächst wieder kräftig, gleichzeitig bleibt ein großer Teil des deutschen Heizungsbestands modernisierungsbedürftig. Für Eigentümer ist deshalb nicht die Frage entscheidend, welche Heiztechnik derzeit die höchsten Verkaufszahlen erreicht, sondern welches System langfristig zum Gebäude, zum Sanierungsplan und zur finanziellen Situation passt.